Schüler*innen können wieder unsere Schule besuchen! – Verschlechterte wirtschaftliche Situation in Tine

Unser Vorsitzender Adam Ibrahim Eltom hat Mitte Februar 2021 ein längeres Telefonat mit dem Leiter unserer Schule in Tine, Mohamed Saleh Omar, geführt.

Die ökonomische Situation der geflüchteten Menschen aus dem Sudan hat sich seit der Corona-Pandemie deutlich verschlechtert. Dabei spielt die Pandemie nur ein untergeordnete Rolle für die Leute in Tine. Sie sind vielmehr tagtäglich damit beschäftigt, den Lebensunterhalt für ihre Familien zu sichern.

Aufgrund von Corona wurde unsere Schule ab April 2020 für einen Zeitraum von 6 Monaten geschlossen. Sie wurde erst am 22. November 2020 wieder eröffnet. Das Schulsystem wurde im Rahmen der neuen Regierung Sudans geändert, so dass in unserer Schule in Zukunft nicht mehr die siebten und achten Klassen unterrichtet werden, sondern nur noch die Klassen 1 bis 6 (Grundschule). Die Schüler*innen der älteren Jahrgänge wechseln danach auf die secondary school in Sudan (El Fasher, Al Geneina, etc. ).

Reges Treiben in der Pause auf dem Schulhof –
im Vordergrund zu sehen: derzeitige Wasserversorgung durch Kanister

Anerkennung der Leistungen der Darfur-Hilfe

Der Schulleiter bedankt sich herzlich für die finanzielle und moralische Unterstützung durch die Darfur-Hilfe und deren Spender*innen. Durch diese Unterstützung hat sich unsere Schule zu einer der größten und besten Schulen in der Region entwickelt.

Herausforderungen und Probleme

Trotzdem gibt es einige Bereiche in der Schule, für die Lösungen gefunden werden müssen.

Die Wasserversorgung in der Schule gestaltet sich immer schwieriger. Es gibt die Überlegung, Wasser direkt aus dem naheliegenden Tal durch eine Wasserleitung zu transportieren. Dieses Projekt erfordert entsprechend hohe finanzielle Mittel.

Schulmaterial/Schreibmaterial

Leider erhält die Schule von der sudanesischen Regierung bisher nur für die erste und sechste Klasse Lehrbücher etc.. Lehrmaterial für die zweite bis fünfte Klassen muss von den Schüler*innen selbst finanziert werden. Da sich die wirtschaftliche Situation der Familien verschlechtert hat, ist dies für viele Familien eine echte Herausforderung.

Langfristige Bindung der Lehrer*innen

Nur 5 Lehrer*innen erhalten einen Gehalt von der sudanesischen Regierung. Alle anderen Lehrkräfte erhalten entweder kein Geld (Freiwillige) oder einen kleinen Beitrag, refinanziert durch die Schulgebühren, die die Kinder monatlich zahlen müssen. Das hat zur Folge, dass viele Lehrer*innen nur kurze Zeit an unserer Schule sind. Wenn sie einen Job mit höherer Bezahlung finden, wechseln sie sofort.

Lösungsansätze der Darfur-Hilfe:

Der Vorstand der Darfur-Hilfe hat beschlossen, möglichst bald einen großen Teil der Spenden in Höhe von ca. 3500-4000 Euro für den Kauf von Schulmaterial und Schreibmaterial zur Verfügung zu stellen. Aktuell prüfen wir, wie wir das Geld sicher nach Tine transferieren können.

Für die Wasserversorgung werden wir Kontakt mit den „Ingenieuren ohne Grenzen“ aufnehmen und nachfragen, ob sie dieses Projekt unterstützen können.

Wir danken allen, die einmalig oder mehrmalig für das Schulprojekt gespendet haben. Dank Ihnen allen konnte sich die Schule so gut entwickeln und vielen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive eröffnen.

Mittlerweile wachsen bereits einige schattenspendende Bäume auf dem Schulhof
Schüler*innen vor den Klassenräumen
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