Schlagwort-Archive: Flüchtlinge

Wir trauern um unser Mitglied Mohamed Targoni

Am 8. Januar 2017 ist plötzlich und unerwartet unser Vereinsmitglied Mohamed Targoni verstorben. Mohamed war Gründungsmitglied der Darfur-Hilfe im Jahr 2004 und hat sich in den letzten 13 Jahren mit viel Engagement und Energie für die humanitäre Hilfe der Flüchtlinge in Darfur sowie für die Schulbildung von Kinder und Jugendlichen eingesetzt. Er hinterlässt eine große Lücke in unserem Verein. Seine Warmherzigkeit und Freundlichkeit werden uns sehr fehlen.

430.000 neue Flüchtlinge in Darfur – 45 im Mittelmeer ertrunken

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beklagt in einer Pressemitteilung über Flüchtlinge in Darfur vom 11. März 2015 die anhaltende Gewalt und Straflosigkeit im westsudanesischen Darfur. „Auch zehn Jahre nach der Einschaltung des Internationalen Strafgerichtshofs gibt es keine Gerechtigkeit für Opfer von Vergewaltigungen, willkürlichen Verhaftungen, Folter und Vertreibung“, kritisierte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen. Weiterlesen

Einführung

Bürgerkrieg, Verfolgungen, Vergewaltigungen – die Situation in der Region Darfur im Sudan ist aufgrund des seit März 2003 andauernden Bürgerkrieges dramatisch. Mit dem Schulprojekt für Darfur-Flüchtlinge will die Darfur-Hilfe e.V. den Kindern in Flüchtlingslagern bessere Chancen bieten.

Darfur-Hilfe e.V.

Deswegen wurde Anfang des Jahres 2004 der Verein „Darfur-Hilfe“ mit Unterstützung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und des internationalen Zentrums der Universität Münster „Die Brücke“ gegründet.

Der Verein widmet sich der humanitären Unterstützung der hilfsbedürftigen Menschen in der Darfur-Region und setzt sich für Bildungsprojekte von Kinder und Jugendlichen ein.

Geldspenden und die Zusammenarbeit mit lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Kräften helfen, diese Ziele zu verwirklichen. Darüber hinaus informiert die Darfur-Hilfe regelmäßig über Entwicklungen in dieser Region des Sudans.

Der Verein „Darfur-Hilfe“ ist offen für alle interessierten Menschen und sehr dankbar für jede Art von Unterstützung. Auf dieser Website finden Sie Nachrichten und Termine sowie Informationen zum Mithelfen und Spenden.

GfbV erinnert an Völkermord in Südsudan

Nachrichten

Gesellschaft für bedrohte Völker erinnert an jahrzehntelangen Völkermord und fordert Unterstützung für Aufbau eines demokratischen Südsudan

Anlässlich des Referendums über eine Unabhängigkeit des Südsudan am kommenden Sonntag hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin an das jahrzehntelange Leiden der südsudanesischen schwarzafrikanischen Bevölkerung erinnert. Der Präsident der GfbV International, Tilman Zülch, forderte die Bundesregierung dazu auf, nach fünfeinhalb Jahrzehnten Völkermord im Südsudan jetzt den Aufbau eines demokratischen Staates zu unterstützen.

Als „deutliches Zeichen tatkräftiger Hilfe“ sollte Berlin dringend eine repräsentative diplomatische Vertretung in der südsudanesischen Hauptstadt Juba errichten, sagte der Menschenrechtler.

Bei der Entwicklung einer Verfassung könnte das Max-Planck-Institut für Völkerrecht in Heidelberg wertvolle Unterstützung leisten. Die südsudanesische Exilgemeinde in Deutschland wünsche sich außerdem Hilfe bei der Errichtung des Universitäts- und Schulsystems sowie von Einrichtungen für die handwerkliche und technische Ausbildung. Deutschland solle zudem die Entwicklungshilfe wesentlich verstärken und großzügig Gelder für die Wiedereingliederung südsudanesischer Flüchtlinge zur Verfügung stellen, die aus dem Nordsudan und den Nachbarstaaten zurückkehren könnten.

„Drei Generationen der Dinka, Nuer, Schilluk und Anuak, der Bari, Zande und anderer schwarzafrikanischer Völker haben Frieden so gut wie niemals kennen gelernt“, sagte Zülch. Von 1955 bis heute fielen im Südsudan, in den Nuba-Bergen und zuletzt in Darfur bis zu vier Millionen Schwarzafrikaner Völkermordverbrechen zum Opfer. Nachdem die britische Kolonialmacht den Süden des Landes der Herrschaft des arabischen Nordsudan ausgeliefert hatte, ließ das Regime in Khartum schon in den 50er und 60er Jahren dort ganze Dorfgemeinschaften auslöschen. Christliche Gemeinden wurden in ihren Kirchen eingesperrt und verbrannt, südsudanesische Führungskräfte liquidiert und unzählige Südsudanesen zu Tode gefoltert. Nach einem kurzen Frieden wurde von 1983 an der Vernichtungskrieg mit Massakern, Massenvertreibungen, der gezielten Bombardierung von Schulen, Krankenhäusern und anderen zivilen Einrichtungen fortgeführt. Auch Hunger wurde gezielt als Waffe eingesetzt und große Teile des Landes wurden systematisch verwüstet. Millionen Schwarzafrikaner mussten fliehen.
Der Südsudan ist Symbol für jahrzehntelang unbeachteten, verdrängten, verleugneten Genozid geworden. Die Politik der religiösen Unterdrückung, ökonomischen Ausbeutung, „rassischen“ Verfolgung und sozialen Diskriminierung dauerte dort bis 2005. „Viele Jahre unterstützten europäische oder nordamerikanische Regierungen die wechselnden sudanesischen Regimes“, sagte Zülch. „Jetzt ist es endlich Zeit, Wiedergutmachung zu leisten.“

Freitag, 2011-01-07 15:50 Alter: 4 Years