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Montag, 06.09.2010

Was Sie hier finden

Nachrichten über die Vorgänge im Sudan, besonders in Darfur, aber auch in relevanten Nachbarstaaten, sowie zu Ereignissen in der Außenpolitik relevater Länder.

Ein Teil der Nachrichten und Meldungen fußt auf eigenen Recherchen von Mitgliedern der Darfur-Hilfe anhand von Gesprächen mit den Menschen vor Ort im Sudan und im Tschad.

Lesen Sie auch die Nachrichten auf der alten Website der Darfur-Hilfe

Nachrichten

Humanitäre Lage im Mai verschlechtert

Die humanitäre Lage in Darfur hat sich in den letzten Monaten eher verschlechtert als verbessert. Die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und JEM haben zugenommen - trotz des vereinbarten Waffenstillstands.

Die Kämpfe finden im Raum Süd- und West-Darfur statt. Vor allem um die Stadt Niyala (Hauptstadt von Süd Darfur) haben schwere Kämpfe stattgefunden. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Handelsgütern und Treibstoff war in den letzten Wochen ein großes Problem in Niyala.
In der Regel werden diese Güter vor der Regenzeit (vom Juni bis September) in größeren Mengen in den Städten in Darfur eingeliefert, weil die Verkehrs-Verbindungen während der Regenzeit zusammenbrechen. Die Konfliktparteien (Regierung und Rebellen) haben zugesichert, die Lieferung von Lebensmittel an die Flüchtlingslager zu erleichtern. Aber die andauernden Kämpfe erschweren die Bewegung der Hilfskonvois.

Ärzte-Streik verschärft Lage

Hinzu kommt, dass zur Zeit ein Ärzte-Streik im Sudan stattfindet. Da es in Darfur kaum private Praxen gibt, bekommen die Menschen, besonders in Elginnaina (Hauptstadt von West Darfur) im Moment keine medizinische Behandlung. Das städtische Krankenhaus in Elginnaina ist fast geschlossen, da die Patienten keinen Ansprechpartner finden.
Die Meldungen der Kontaktleute des Vereins Darfur-Hilfe deckt sich mit anderen Berichten.
Die westsudanesische Krisenregion Darfur erlebte im Mai den blutigsten Monat seit mehr als zwei Jahren, so ein Bericht der „Deutschen Welle“. Nach Aussetzung der Friedensgespräche wachse die Angst vor einem erneuten Aufflammen des Bürgerkriegs.
Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen in Darfur allein im Mai fast 600 Menschen ums Leben. Bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen wurden 440 Tote gezählt. 126 Menschen starben bei Gefechten zwischen rivalisierenden arabischen Stämmen. Zu dieser Bilanz, so die DW weiter, kommt ein vertraulicher Bericht der UNO, dessen Angaben UN-Mitarbeiter am Montag (07.06.2010) bestätigten. Weitere 31 Todesfälle waren demnach auf Morde oder Unfälle zurückzuführen. Der Mai war damit der folgenschwerste Monat seit Entsendung der gemeinsamen Friedensmission von UNO und Afrikanischer Union (UNAMID) im Januar 2008.

Friedensgespräche auf Eis

Als Grund für das Wiederaufflammen der Kämpfe nennt die UN-Mission die gescheiterten Friedensgespräche der Regierung mit den Rebellen der "Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit" (JEM), die als besonders gewaltbereit gelten. Ein im Februar zwischen den Rebellen und der Regierung geschlossenes Waffenstillstands-Abkommen sah direkte Friedensgespräche und eine Beteiligung der JEM an der Macht in Darfur vor. Die Verhandlungen darüber in Katar endeten jedoch ohne Ergebnis.

 

Freitag, 2010-06-18 20:53 Alter: 80 Days